(Politscher) 1. Mai + Politcamp09

Heute ist mal wieder der 1. Mai. Ich mag den 1. Mai.
Die letzten Jahre ging dieser Tag relativ spurlos an mich vorbei. Man hat frei, genießt die Sonne, trifft sich mit Freunden zum Grillen – man macht halt was schönes um den Tag und sich selbst zu feiern.

Dieses Jahr ist alles etwas anders.

Die Mutter meiner Freundin ist Polizistin in Berlin. Ihr Lebensgefährte ebenso. Das verändert an diesem Tag einiges. In den letzten Tagen wurde vermehrt berichtet, gerade auch auf nicht so öffentlichen Kanälen, dass die Autonomen dieses Jahr wieder mal so richtig Randale machen wollen.
Die Aufgabe meiner Schwiegermutter der Mutter meiner Freundin besteht darin mit den Jugendlichen zu sprechen, sie zur Vernunft zu bringen, zum Nachdenken anzuregen und zu ermutigen gegen Gewalt einzustehen.
Das heißt dann auch, am 1. Mai in die Menge einzutauchen und die Leute wieder zu finden und in Gespräche und gewaltfreie Aktionen einzubringen.

Ja Scheiße.

Stellt euch das mal vor. In die Menge eintauchen. Jeder sieht dir an, dass du Polizist bist. Egal ob in Grün oder in Zivil.

Möchte jemand gern tauschen?

Mein Tag besteht heute darin auf dem Fernseher N-TV laufen zu lassen, twitter zu nutzen um den Livetickern der Nachrichtensender/Zeitungen zu folgen und Info Radio zu hören, ob es irgendwelche Neuigkeiten gibt.

Ich bin froh, wenn alles vorbei ist, und alle wieder heil zu Hause angekommen sind. Ich mag den 1. Mai nicht mehr.

Wenn sich dann alles gelegt hat wird am Samstag das Politcamp starten. Heute Abend wird gegrillt und locker zusammen gesessen, aber dort werd ich sicherlich nicht am Start sein, siehe oben. Das Politcamp wird mein erstes Barcamp sein und ich bin gespannt, wie alles ablaufen wird. Ich habe die Befürchtung, dass es chaotisch werden könnte – aber das werden die Veranstalter schon in den Griff bekommen.

Also dann bis Samstag.

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